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Aspekte einer musikalischen Erziehung1. Leben mit MusikMusik ist ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens. Soweit wir in der Geschichte zurückblicken wird gesungen und musiziert. Um Musik noch lebendiger zu gestalten, werden bei allen Völkern die verschiedenartigsten Musikinstrumente gebaut. Musik kann ein sehr individuelles Erlebnis darstellen, indem man nur für sich allein singt oder ein Instrument spielt. Sie kann aber genauso stark in einer Gemeinschaft erfahren werden, sei es im Chor oder in einer Band, in einem Orchester oder einem Ensemble. Musik ist Ausdruck von Gefühlen und Stimmungen. Sie kann den jeweiligen seelischen Zustand verstärken oder in einen neuen Gemütszustand führen. Musik kann eine Hilfe sein, Gefühle zu verarbeiten und das seelische Gleichgewicht wiederzufinden. Durch Musik können Stimmungen ausgedrückt werden, für die es keine Worte gibt. Bei vielen Natur-völkern wird Musik zu heilenden Zwecken eingesetzt. Auch bei uns in Mitteleuropa findet sie seit geraumer Zeit in diesem Zusammenhang Verwendung, zum Beispiel in der Musiktherapie oder bei Meditationen. Andererseits kann Musik auch Anspannung und Aggressionen erzeugen. Die ständig steigende, alltägliche Geräuschkulisse kann dazu führen, dass Menschen krank werden. In vielen Situationen sind wir einer unbewussten Beschallung im Hintergrund ausgesetzt. Von daher ist es sinnvoll, durch aktives Musizieren ein bewusstes Hören und Hinhören zu schulen.
2. Musik fördert die kindliche EntwicklungDen ersten Kontakt mit Musik erleben Kinder schon im Mutterleib, wenn die Mutter Musik hört, singt oder musiziert. Von Geburt des Kindes an können die Eltern durch Musik aktiv auf seine Entwicklung Einfluss nehmen. Jeder, der schon einmal mit einem Baby oder Kleinkind gesungen hat, weiß um die Wirkung von Musik. Jedes Kind trägt musikalische Anlagen in sich, es kann singen und besitzt ein Gefühl für Rhythmik. Diese musikalischen Grundlagen werden durch das Umfeld des Kindes unterstützt und weiterentwickelt. Durch aktives Musizieren wird die sprachliche, intellektuelle und motorische Entwicklung gefördert.
3. Musik fördert die kindliche MotorikSchon durch das Hören von Musik wird das Bedürfnis nach Bewegung geweckt. Bereits im Säuglingsalter bewegen Kinder ihre Ärmchen rhythmisch zur Musik. Kleinkinder hüpfen und drehen sich dabei. Im Kindergartenalter wächst das Bedürfnis zu tanzen, zu singen und selbst musikalisch aktiv zu werden. Die Kinder spielen mit verschiedenen Klangerzeugern und entdecken immer wieder neue Instrumente. So erfahren sie selbst den Zusammenhang von Aktion und Klang. Musik steht in direktem Zusammenhang zur Bewegung. Die musikalische Entwicklung und die motorische Entwicklung stehen im wechselseitigen Verhältnis zueinander und schreiten gemeinsam voran.
4. Musik als soziale KomponenteMusizieren innerhalb einer Gruppe fördert die sozialen Kontakte. Die Kinder lernen, sich in einer kleinen „Gesellschaft" zurechtzufinden, sich zu behaupten und die anderen Kinder zu respektieren. So erfahren die Kinder beides: den individuellen Erfolg und die Freude am gemeinsamen Arbeiten. Sie lernen, dass gemeinschaftliche Regeln, die eingehalten werden, nicht einengen, sondern Freiheiten und neue Möglichkeiten schaffen.
5. Musik in der FamilieMusik kann ein sehr geeignetes Bindeglied zwischen Eltern und Kindern sein. Gemeinsames Musizieren ist dabei eine Form der Kommunikation, die eine gleichberechtigte Plattform schafft. Eltern sind für die Entwicklung der Musikalität ihres Kindes in großem Maße mitbestimmend. Durch ihre Vorbildfunktion übertragen sie ihr eigenes Verhältnis zur Musik auf ihr Kind. Wird in der Familie aktiv musiziert, wird oft auch das Kind ein Instrument erlernen wollen, um daran teilnehmen zu können. So wird das Musizieren zu einem festen Bestandteil des Tagesablaufs, an dem Eltern und Kinder gemeinsam beteiligt sind. Auch Eltern, die kein Instrument spielen, können allein durch ihr Interesse an Musik bei ihren Kindern die Neugier intensivieren.
6. Musikalische Früherziehung und InstrumentalunterrichtEin sinnvoller Schritt in der musikalischen Entwicklung des Kindes im Kindergartenalter ist die musikalische Früherziehung. Sie greift die angeborenen musikalischen Fähigkeiten der Kinder auf und fördert sie. Im spielerischen Umgang wird der Kontakt zu verschiedenen Instrumenten und musikalischen Grundlagen aufgebaut. Durch das anschließende Erlernen eines Instrumentes erfolgt dann eine Vertiefung und Konkretisierung der erlernten Grundlagen. Die Konzentration auf ein Instrument ist gleichzeitig eine Erweiterung der eigenen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten. |
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