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Musiktherapie mit Kindern

Die Wirkung von Musik erstreckt sich auf den gesamten körperlichen und geistig-seelischen Bereich des Menschen. Musiktherapie knüpft dort an, wo Sprache versagt. Über die Musik entstehen Kommunikationsbrücken, die Hilfe aus der Isolation bieten und den emotionalen Bedürfnissen Rechnung tragen. Gefühle und Empfindungen können mitgeteilt und verarbeitet werden.

Die Musiktherapie ermöglicht Kindern emotionale  Rückzuge zu überwinden, aus ihrer Unansprechbarkeit herauszutreten und Eigeninitiative zu entwickeln. Musikinstrumente dienen dem Kind hierbei als ein hilfreiches Kontaktmittel bzw. Kommunikationsmittel. Sie besitzen einen hohen Aufforderungscharakter, der sie neugierig werden lässt und zum Ausprobieren und Spielen einlädt. In der Musiktherapie wird die Stimme eingesetzt und es werden einfach spielbare Instrumente wie z.B. Trommeln, Orff-Instrumente, Saiteninstrumente, Klangschalen, speziell für die Musiktherapie entwickelte Instrumente etc. verwendet. Es werden keine musikalischen Kenntnisse vorausgesetzt.

Elemente einer Musiktherapie-Stunde können sein:

- die freie Improvisation und angeleitete Improvisation

- Bewegung und Tanz zu Musik

- Singen von vorgegebenen und frei erfundenen Liedern

- Sprach und Stimmspiele

- Rhythmische Spiele

- Phantasiereisen und Klanggeschichten

- Musikalische Rollenspiele

- Rezeptive Verfahren – Musikhören

- Reflexion

- etc.
 

Musiktherapie kann als Einzel- oder Gruppentherapie (maximal vier bis fünf Kinder) praktiziert werden. Bei manchen Kindern ist es sinnvoll erst eine Einzeltherapie und zu einem späteren Zeitpunkt eine Gruppentherapie anzubieten.

Das wirksamste Mittel der Musiktherapie ist die freie Improvisation. Das musikalische Spiel des Kindes, seine Klänge und Äußerungen zeigen unmittelbar wie es dem Kind geht. Das von ihm gewählte Instrument, die Tonhöhe, Intensität und Lautstärke, Tempi und Spielweise, Melodie und Rhythmus, aber auch Mimik und Gestik des Kindes sind hierbei als Botschaften zu verstehen. Den Botschaften und Gefühlen wird in der Musiktherapie Raum gegeben. Eine positive Entwicklung des Kindes soll in dem musiktherapeutischen Prozess zunehmend geweckt und gefördert werden.

Die Musiktherapie bietet den Kindern die Möglichkeit spielerisch Hemmungen und Ängste abzubauen. Positives Sozialverhalten kann vor allem in der Gruppentherapie „eingeübt“ werden. So können z.B. zurückgezogene, schüchterne Kinder mittels eines lauten Instrumentes erfahren, gehört zu werden; laute, hemmungslose Kinder können mittels eines leisen Saiteninstrumentes bzw. mittels einer geleiteten Improvisation die Erfahrung machen, sich zurückzunehmen. Musikalische Aktivitäten und auch vor allem das Musikhören wirken sich unmittelbar auf die Wahrnehmungsfähigkeit aus und bieten darüber hinaus die Möglichkeit „sich zu entspannen“, so dass auch hyperaktive Kinder zur Ruhe finden können. Rhythmische Musikspiele fördern die Konzentrationsfähigkeit und wirken sich positiv auf Sprach- und Sprechprobleme aus. Freie und gezielte Bewegung zu Musik fördert die Motorik und die gesamte körperliche Koordination.

 

Welchen Kindern kann Musiktherapie helfen?

Zielgruppe sind Kinder mit verschiedenen Störungen oder Krankheiten:

Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensauffälligkeiten im sozialen und emotionalen Bereich, Teilleistungsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen, Beeinträchtigung der Sinne, des Sprechvermögens, mutistische, autistische Störungen, körperliche und geistige Behinderungen.

Musiktherapie wird von regelmäßigen Elterngesprächen begleitet!

Musiktherapie bietet dem Kind ganzheitliche Erfahrungsmöglichkeiten, um seine vorhandenen Potentiale zu verbessern und Selbstwertgefühle zu stärken.

 

 

Literaturhinweise:

 

Bunt, Leslie: Musiktherapie. Eine Einführung für psychosoziale und medizinische Berufe. Basel 1998.

Hegi, Fritz: Improvisation und Musiktherapie. Möglichkeiten und Wirkungen von freier Musik. Paderborn 1997.

Petersen, Dietrich/Thiel, Eckhard: Tonarten, Spielarten, Eigenarten. Kreative Elemente in der Musiktherapie mit Kindern und Jugendlichen. Göttingen 2001.

 


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